Alles Butter auf dem Kutter?

Es ist alles wieder gut!

Thomas und ich haben uns wieder vertragen! Ihr glaubt gar nicht, wie gut es mit jetzt dadurch geht.
Ich habe nämlich lange darüber nachgedacht, wie ich das am besten klären könnte mit ihm und mir. Und als ich dann da so den lieben langen Tag saß und Violine spielte, kam ich auf die Idee ihm eine Butterbrot zu schmieren, mit einem Zettelchen drin verpackt. Darauf kam ich, weil ich immer sah, wie er sich jedes mal was zu essen kaufen musste in der Cafeteria, weil sein Vater ihm nie was mitgab und oft hatte er anscheinend kein Geld und kaufte einfach nichts.

Ich wollte ihn nicht darauf ansprechen, weil ich mir vorstellen konnte, dass ihm das unangenehm ist. Also schmierte ich ihm das beste Butterbrot auf der Welt und steckte einen kleinen Zettel hinein, wo „Entschuldigung“ drauf stand. Ich packte es in seine Schultasche ohne, dass es jemand mitbekam und wartete auf eine Reaktion. Ein ganzer Schultag verging. Und zuerst nichts. Thomas ließ sich absolut nichts anmerken. Kein Lächeln, kein gar nichts. Er ignorierte mich einfach weiterhin. Doch am nächsten Tag, fand ich etwas in meiner Schultasche, als ich in der Pause darin suchte. Es war ein selbstgebastelter Fisch wo „Entschuldigung angenommen“ drauf stand.

Mein Herz ist vor Glück beinahe zersprungen. Ich war so aufgeregt, als die Pause vorbei war, dass ich zunächst ganz verwirrt in den Klassenraum kam. Ich setzte mich neben ihm und traute mich weder ihn anzugucken noch zu atmen. Thomas bewegte sich ebenfalls kein Stück. Irgendwann nach der Stunde ging ich einfach auf ihn zu, bevor er wieder alleine in die pause verschwinden konnte und bat ihm die Hälfte meines Schokoriegels an. Lächelnd nahm er ihn an und wir lachten zuerst verschüchtert. Doch bald darauf kamen wir ins Gespräch und verstanden uns echt gut. Leute – ich bin so was von verknallt! Ich kann an nichts anderes mehr denken, als an Thomas.

Apropo. Ich wollte mich gleich mit ihm treffen. Wir gehen zusammen Fahrrad fahren.

Tschüss!

Es hat sich ausgeträumt

So…hier bin ich wieder.

Und heute ist einfach mal das Schlimmste auf der Welt passiert! Ich geh ja in die 8B und wir haben einen Neuen in der Klasse, der supersüß ist und auf den alle stehen. Schon als er reinkam, mit seinem schüchternen Lächeln und den großen braunen Augen und dem ungekämmten Lockenkopf wusste ich, das ist mein Traummann. Da brauch man auch nicht viel mehr zu wissen. Das ist wie im Film. Nur schade, dass er es noch nicht so ganz weiß.

Unsere Klassenlehrerin musste dann bestimmen neben wen er sich setzt und wie durch ein wunder hat sie sich für mich entschieden. Wenn das nicht ein Zeichen ist! Nun sind Thomas und ich Banknachbarn und eigentlich verstehen wir uns auch recht gut. Er liest genauso gerne Mangas wie ich und seine Eltern haben sich ebenfalls scheiden lassen. Doch er ist auch wirklich noch sehr schüchtern und auch nicht groß gesprächig. Ist aber wahrscheinlich so, wenn man neu in die Klasse kommt. Er ist erst vor drei Wochen mit seinem Vater hier hergezogen. Der verhält sich genauso zurückgezogen wie er und hier bei uns sind sie gerade das Stadtgespräch numero uno.

Die ominösesten Gerüchte kommen da auf. Meine Mutter hatte mir erst heute früh erzählt, dass seine Mutter wohl mit einem Fischer abgehauen war, einfach auf den Kutter gesprungen und weg war sie.
Ich hab ihr das nicht so recht glauben wollen, aber dennoch…. als die Mädels und ich heute in einem Kreis standen und sich das Thema mal wieder um Thomas gedreht hat prahlte ich lauthals mit meinem neuen Wissen, sah allerdings nicht, dass Thomas hinter mir immer näher kam. Und die blöden Hühner haben mich natürlich auch nicht gewarnt. Thomas hörte jedenfalls wie ich das neuste Gerücht um den verbleib seiner Mutter verkündete, schaute mich nur wütend an und sagte, er hatte gedacht, ich wäre da nicht ganz so oberflächlich wie die Anderen.
Das war der schlimmste Moment in meinem Leben!
Denn jetzt hasst er mich und redet kein Wort mehr mit mir. Was macht ihr so, wenn ihr Liebeskummer habt? Also ich spiele dann immer Violine…aber zurzeit bin ich recht lustlos.

Bye, bye!

Wenn die Eltern sich wie Kinder verhalten

Hey, Leute!

Ich bin die Lara. Ich bin 14 Jahre alt und gehe hier im schönen Vastorf zur Schule. Na ja, schön ist relativ. Viel Platz hab ich hier nicht. Vor allem nach der Scheidung meiner Eltern. Jetzt musste ich aus dem großen schönen Haus in eine kleine Funzelwohnung mit meiner Mutter ziehen. Zurzeit geht sie mir nur noch auf die Nerven. Ständig kommt sie in mein Zimmer und fragt irgendwas. Behandelt mich wie ein kleines Kind. Ich meine hallo – ich bin schon vierzehn! Ich kann gut auf mich selbst aufpassen. Aber mein Vater dreht jetzt auch erstmal durch.

Letztens saß ich mit ihm stundenlang vorm Computer und hab Wohnungen überall hier mit mindestens 120qm gesucht, damit er auch genug Platz zum entfalten hat. Der ist nämlich gerade auf so einem richtigen Selbstfindungstrip. Lässt sich den Bart und die Haare wieder wachsen. Fehlt nur noch, dass er anfängt sich eine Gitarre zu holen und ständig drauf rumklampft. Das würde das Klischee des verlassenen Familienvaters endgültig erfüllen.

Mama hat ihn nämlich einfach nach 20 Jahren Ehe sitzen lassen. Aus heiterem Himmel. Und nicht wegen einem anderen Kerl oder so, wie man immer anfangs denkt. Ihrer Meinung nach zerre er zu viel Lebenskraft von ihr und sie könne sich nicht um zwei Kinder kümmern, eins reiche ihr schon. Keine Ahnung was noch dahinter steckt. Mit mir redet ja keiner. Ich bin ja noch ein Kind! Dafür kriege ich aber mehr mit als sie denken. Ich hasse es, wenn man ständig bevormundet wird und behandelt wie ein Kleinkind. Ich will schließlich auch wissen was los ist, ich bin alt genug, um mit der Wahrheit umgehen zu können.
Nervt euch das auch immer so bei euren Eltern?
Fuck. Es ist ja schon 15 Uhr. Ich muss los. Zum Violine-Unterricht.

Bis dann!